„CIRSmedical dient der Qualitätssicherung und -verbesserung in der Medizin“, davon sind alle Beteiligten (Ärztekammer, Gesundheitsministerium, Österreichischer Krankenpflegeverband, Patientenanwaltschaft und Krankenhausträger) überzeugt. Es gehe darum, aus Fehlern anderer zu lernen und diese in Zukunft zu vermeiden. Nicht zuletzt für den wenig vernetzten niedergelassenen Bereich könnte das System ein wertvolles und laufend wachsendes Nachschlagewerk werden. Vorausgesetzt, möglichst viele machen ernsthaft mit.
Der Aufwand für die Meldung eines Vorfalls ist überschaubar: Ins Internet einsteigen, www.cirsmedical.at öffnen, auf „Vorfall berichten“ gehen und das Formular so detailliert wie möglich ausfüllen – wobei die Grundinformationen sowieso über eigene Felder abgefragt werden. Dann auf „Fall eingeben“ klicken, und schon ist die Arbeit für den Melder erledigt.
Die Meldung geht an einen Server in Basel, der Absender wird dort unwiderruflich anonymisiert und die ÖQMed erhält die Nachricht, dass eine Meldung eingegangen ist. Die ÖQMed entfernt dann noch sämtliche Daten, die einen Rückschluss auf Personen oder Institutionen ermöglichen könnte und leitet die Meldung dann an definierte CIRS/Expertenstellen in den fachlich relevanten Berufsgruppen weiter. Ein von diesen bestimmter und unabhängiger Experte bewertet den Fall und kommentiert ihn anonym.
Der Fall und die Kommentare werden dann noch vom Bundesinstitut für Qualitätssicherung im Gesundheitswesen nach einem vereinbarten Regelwerk geprüft und schließlich von der ÖQMed auf CIRSmedical online gestellt. Dort können sie von jeden Interessierten gelesen – und wiederum kommentiert werden. Woraus sich dann der eigentliche Lerneffekt ergibt.
Was alle Partner des Fehlermeldesystems betonen: Das bundesweite CIRSmedical ersetzt in keiner Weise die bestehenden Fehlermeldesysteme in Spitälern und Pflegeeinrichtungen. „Die Systeme sollen einander ergänzen“, so Eva Maria Baumer, Geschäftsbereichsleiterin BIQG. BM Alois Stöger verspricht sich von CIRS einem wichtigen Schritt der Kulturänderung, die letztlich zu mehr Patientensicherheit und Qualität in der Gesundheitsversorgung beitragen soll.
Derzeit ist das Projekt über die Österreichische Ärztekammer finanziert. Nach einer einjährigen Pilotphase wird das BIQG eine Evaluation durchführen, die sowohl eine Auswertung der gesammelten Daten als auch eine Befragung aller Beteiligten beinhalten wird.
ÖÄK-Präsident Dr. Walter Dorner ist sicher, dass CIRS sich positiv auf das Gesundheitssystem auswirken wird: „Internationale Studien zeigen ein Absinken der Beinahe-Fehler-Rate um bis zu 30 Prozent.“
Mag. Silvia Jirsa
Pressekonferenz zur Präsentation des CIRSmedical, November 2009






